Becoming the love of my life
- Kolinda Groe

- 5. Aug.
- 8 Min. Lesezeit
Wie ich durch Heartbreak zur Liebe meines Lebens wurde
- 17 Wahrheiten, um endlich loszulassen
„Aber er ist doch die Liebe meines Lebens“. Das Gefühl, das diesem Gedanken folgt, ist melancholisch, traurig… Ich laufe die Promenade hinunter, zurechtgezimmert bis in die Fußspitzen. Der Wind ist lau und schmeckt nach Salzwasser, und meine Gesangs-Kollegin sagt: „Wow, du siehst aber toll aus“. „Ja, ich weiß“, denke ich mir und lächle ihr zu. Aber das Toll-Aussehen bedeutet mir gerade nichts. Denn in meinem Inneren sieht es nicht schön aus, nicht toll.
Ich arbeite derzeit viel an mir selbst und bin schon weit gekommen. Doch offenbar nicht weit genug. Denn sobald ich an ihn denke, ploppt der Gedanke wieder auf. Es ist fast wie ein Fluch-Mantra, das sich in meinem Kopf wiederholt wie eine kaputte Schallplatte, die ich nicht stoppen kann. Es macht mich zu einer Frau, die alles hat und die sich trotzdem leer fühlt - weil sie sich selbst nicht hat.
„Hm, ja, das ist es“, denke ich mir. Und seufze. Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir dieses melancholische Gefühl sogar. Als wäre ich eine Masochistin, die sich einredet, dass sie sich gar nicht wehtut. Doch das tue ich. Die Gedanken tun es.
Und während wir so Richtung Strand laufen, fällt mir auch auf, wie verrückt es eigentlich ist, dass ich genau weiß, was mein Problem ist, und es doch nicht lösen kann.
Es kommt mir vor wie ein f*ing Scherz, den sich das Universum mit mir erlaubt.
Als würde mich Karma höchstpersönlich an diesen einen Menschen ketten, während ich genau weiß, dass es für ihn schon längst durch ist und für mich auch nicht das Richtige ist. Aber nein, da ist es wieder, das Echo in meinem Kopf: „Er ist die Liebe meines Lebens“.
Die Küste ist wunderschön. Die Sonne, das Meer, das Strandrestaurant. „In einem anderen Leben wäre das bestimmt etwas, das ich genießen könnte.“ - doch nicht jetzt. Denn jetzt bin ich einfach nur im Arsch. „Zum Glück sieht man’s mir nicht an“, denke ich mir. Als wäre es das Wichtigste auf der Welt, den Schein zu wahren, statt wirklich glücklich zu sein…
Als der Wein zur Neige geht und meine Freundin und ich beschwipst und laut gackernd ins Hotel zurücktorkeln, verstummt das Mantra in meinem Kopf - doch dafür brechen jetzt alle Dämme. Sie schielt mich verwundert von der Seite an. Wir laufen die paar Meter zu meinem Zimmer schweigend - ich heulend - und als ich in meiner Tasche nach der Keycard krame, sagt sie noch: „Kommst du klar?“ Ich winke ab.
Natürlich komme ich klar. Wie immer...
Ich schließe die Zimmertür hinter mir. Und im nächsten Moment falle ich komplett geschminkt und in voller Montur ins Bett. In meinem Kopf dreht sich ein Karussell … und noch während meine Augen schwer werden, sehe ich schon den unsichtbaren Film vor mir, der einen Traum einläutet, der nichts Gutes verheißt und sich konstant nur um den einen Gedanken dreht. „Die Liebe meines Lebens.“
1 Jahr später…
Die Sonne scheint durch das kleine Fenster, und die Tasse heißen Mokka-Kaffees dampft fröhlich auf dem kleinen Wohnzimmertisch vor sich hin. Ich beobachte die Dampf-Rauch-Kringel und atme zufrieden den schweren Duft ein, den ich aus meiner Kindheit kenne und der mir ein heimeliges Gefühl macht.
Es ist ein perfekter Moment. Nicht, weil irgendetwas Besonderes passiert. Im Gegenteil, weil nichts passiert, niemand da ist und ich trotzdem glücklicher bin, als ich es jemals war.
Fast bin ich ein wenig überrascht darüber. Obwohl ich schon fast seit einem 3/4 Jahr in diesem „Zustand“ von innerer Zufriedenheit bin, ist es für mich jeden Tag aufs Neue erstaunlich, dass mich „normal“ so glücklich machen kann.
Kein Feuerwerk, kein Gig, kein Drama, keine besonderen Vorkommnisse und trotzdem:
Ich fühle mich ganz und gar bei mir. „Es ist ein schönes Gefühl.“
Ich denke zurück an die Zeit, in der ich keinen Zugang zu dieser Art von Bewusstsein oder, sagen wir mal, „Realität“ hatte, und es kommt mir komisch vor. Wie ein anderes Leben.
Und was auch noch komisch ist, ist, dass ich mich an dieses Leben und diese Version von mir zwar erinnern kann, aber der Schmerz dazu - weg. Die Anhaftung an den Dude - weg.
„So ist es wahrscheinlich, wenn eine Frau ein Kind bekommt und der Schmerz der Geburt einfach wie gelöscht ist“, denke ich mir.
Der Mokka tut so gut. Ich schaue aus dem Fenster und beobachte den kleinen Vogel, der selig von Ast zu Ast springt. Die Bäume schaukeln im Wind. Der Himmel ist grau-blau bewölkt… und wunderschön. „Die Natur hat keine Probleme mit stressigen Gedanken … und deshalb auch keine Probleme mit ihrer Existenz. Geschweige denn mit ihren eigenen Emotionen. Oder Beziehungen. Oder mit beidem gleichzeitig.“
Ich höre Pfoten auf dem Laminat tippeln und bald auch einen kleinen Katzenkopf, der um die Ecke ins Wohnzimmer lunzt. Ich kann mir das Grinsen nicht verkneifen. Das Katzentier macht ein „Brrr“-Geräusch, wie um zu sagen: „Kommst du?“ Dann dreht er sich um und läuft mit hoch erhobenem Schwanz schnurrr-stracks in die Küche.
Und während ich geflissentlich meiner Aufgabe als „die Katzen-Angestellte des Monats“ nachkomme (oder zumindest macht Bumi den Eindruck, dass er bisher sehr zufrieden mit meiner Arbeit ist) und Futter in den Napf fülle - schon wieder -, frage ich mich noch immer, wie ich damals glauben konnte, jemand anderes könnte die Liebe meines Lebens sein. Und wie mich dieser Gedanke so fesseln konnte… diese Idee, dass man jemand anderes braucht, um glücklich zu sein.
Denn in Wirklichkeit war es genau umgekehrt.
Ja, ich brauche Menschen um mich herum. Aber nicht, damit sie die Verantwortung für mein Glück übernehmen. Sondern um mir zu spiegeln, wo ich selbst noch nicht bewusst genug bin, um mich mit MIR wohlzufühlen. Wo ich noch schlafwandle. Wo ich noch denke, dass ich nicht genug bin. Wo die Wunden und wo die Trigger sind - DAS zeigen mir die Menschen um mich herum.
Bumi schlabbert schmatzend sein Futter auf und ich nippe an meinem Kaffee.
Stille.
Wieder erwische ich mich dabei, wie ich etwas verträumt vor mich hin lächle.
Stille war mittlerweile meine beste Freundin geworden.
Nicht Einsamkeit. Sondern einfach der Raum, der entsteht, wenn man bereit ist, mutig sich selbst zu begegnen.
Aber ich muss sagen: Stille ist auch schonungslos. So weich und spirituell, wie sie klingt, so hart kann sie manchmal zuschlagen. Denn Stille hat ’ne Zwillingsschwester: Wahrheit. Diese beiden tauchen gern gemeinsam auf, fast simultan.
Und sie sind ein Powercouple ;)

Ich watschle langsam ins Bad und wasche mir das Gesicht. Als ich die Tropfen mit dem kleinen, grauen Handtuch auffange, sehe ich im Spiegel eine Frau, die an einem Punkt in ihrem Leben ist, an dem sie sich selbst wirklich mag… Ich lächle ihr zu. Wohlwissend, dass ich diesen Zustand einer anderen zu verdanken habe - nämlich der jungen Frau von vor einem Jahr, die eine mutige Entscheidung getroffen hatte: sich selbst zu finden und sich in Beziehungen, egal welcher Art, nicht mehr zu verlieren.
Eine so stabile emotionale Sicherheit in sich selbst aufzubauen, dass sie ihr niemand mehr nehmen kann.
Und dazu musste sie Schwester Stille und Schwester Wahrheit in ihrem inneren Raum willkommen heißen.
Meine Reise hatte damit begonnen, dass ich gelernt habe, mit diesen Schwestern zu sitzen. Um all das zuzulassen, das nach oben kommen wollte. Bei mir zu bleiben, mich selbst zu halten und nicht mehr wegzulaufen.
In diesem Raum passierte eines Tages etwas, das einem Satori gleichkommt.
Eine Kaskade an Wahrheiten ergoss sich in mein Bewusstsein und überflutete es förmlich. Es veränderte mit einem Schlag, wie ich über die ganze Geschichte mit dem Typ dachte - und, was noch fast wichtiger ist - fühlte:
1. ER kann ja gar nicht die Liebe meines Lebens sein!
2. Er ist nicht hier.
3. Er kommuniziert nicht mit mir.
4. Ein Moment mit ihm ist doch nicht mein ganzes Leben.
5. Um der Richtige zu sein, müsste er ja das Gleiche in MIR sehen: die RICHTIGE. - Tut er nicht.
6. Er war nie wirklich für mich da.
7. Er mochte immer nur den lustigen, glamourösen Teil von mir.
8. Meine Tiefe erschreckt ihn.
9. Mein Temperament verunsichert ihn.
10. Meine Stärke erdrückt ihn.
11. Er konnte meine Emotionen nie ertragen.
12. Er hat mich nie gesehen, wie ich wirklich bin.
13. Er kann mich nicht halten.
14. Ich hatte mir ein Märchen ausgedacht über den Prinzen, die „Liebe meines Lebens“, und hatte es dann dem Mann da angezogen. Doch dieser Mann war er nie gewesen.
15. Vielleicht noch nicht einmal, weil er es nicht wollte.
Aber mit Sicherheit, weil er es gar nicht konnte.
16. Er war dazu nicht fähig, der Mann zu sein oder zu werden, den ich in meinem Leben wollte und brauchte.
17. „Er war quasi nie real.“
Ich hatte die Worte damals laut ausgesprochen und mich selbst davor erschrocken.
Aber es ging noch weiter.
Eine Ebene tiefer wurde mir noch was Fundamentales klar:
Ich konnte mich ja selbst kaum aushalten.
Meine Gedanken, meine Gefühle, meine Ängste, Wünsche, mein aufbrausendes Temperament, meine Schwäche, meine Stärke, meine Trauer, mein Licht und meine Dunkelheit - mein ganzes Sein.
Vor allem, wenn ich in Beziehung zu anderen Menschen stand.
Vor allem, wenn ich emotional involviert war.
Und Schwester Wahrheit sprach:
„In dieser ganzen Sache ging es von Anfang an nie um ihn.
Es ging immer nur um dich.
Es ist an der Zeit, dass du lernst, dich selbst zu halten.
Diesen Job kann niemand sonst für dich übernehmen.“
Boom.
In dem Moment startete eine andere Schallplatte in meinem Kopf:
„If you can’t be with the one you love - love the one you’re with“. (Song von Stephen Stills)
„Ha! Wie passend“, dachte ich.
Ein ganzes Leben lang suchen wir nach Verbindung: da draußen, mit den anderen. Kommen aber nie auf die Idee, dass wir, ob wir wollen oder nicht, ein Leben lang mit uns selbst verbunden sind.
Dass das die erste - die engste - Verbindung ist, die wir jemals haben können.
Dass die Verbindung zu uns selbst immer da ist, während wir selbst versuchen, sie zu kappen.
And this is how we abandon ourselves.

Und die Stille in mir sagte:
„Ich bin es also. Ich bin die Liebe meines Lebens."
Ganz einfach, weil ich die EINZIGE Konstante meines Lebens bin.
Ich kann mich selbst nicht loswerden.
Oder die Verantwortung für mich jemand anderem übergeben.
Es ist ganz einfach in der Realität nicht möglich.
Noch heute muss ich über diese Ironie des Lebens lachen:
Um emotionale Sicherheit in mir freischalten zu können, musste ich erst Heartbreak und emotionale Unsicherheit mit anderen Menschen erfahren.
Der kleine Stubentiger schmiegt sich an mein Bein und gibt mir zu verstehen: „Kuschelzeit“. Ich lege das Handtuch zur Seite und beuge mich hinunter, um das graue Fellknäuel hinter den Ohren zu knuddeln. Auf dem Sofa dauert es keine 5 Sekunden, da hat er es sich schon in meinem Arm bequem gemacht und schnurrt was das Zeug hält. Und während ich das sonntägliche Netflix-and-Chill-Protokoll starte, genieße ich dieses Gefühl von „Alles-Ist-Gut-Und-Wird-Es-Immer-Sein“, das ich gerade spüre und das ich meinem vergangenen ICH zu verdanken habe.

Die Shifts, die ich nämlich damals verinnerlicht hatte, waren so tiefgreifend und transformativ, dass sie ziemlich große Wellen schlugen - innen wie außen:
Ich begann, es als Privileg zu sehen, mit mir zusammen zu sein.
Nicht künstlich. Nicht affirmativ. Sondern einfach wahr.
Ich fing an, diese Erkenntnisse auszustrahlen, zu verkörpern und zu leben, und meine Beziehungen veränderten sich - ich möchte fast sagen: wie von selbst.
Dabei war es nicht einmal etwas, was ich direkt angestrebt hatte. Es war aber ein sehr schöner Nebeneffekt, muss ich sagen.
In den nächsten Wochen und Monaten fiel alles weg, was nicht zu mir gehört hatte.
Mir nahestehende Menschen erlebten Transformationen, Healings und Bewusstseins-Shifts, die jahrelang auf sich hatten warten lassen.
Als hätte ich ein Feld geöffnet, das alles um sich herum auf Wahrheit und Klarheit umpolte.
Und das still, subtil und ohne sonstiges Zutun meinerseits.
Ich war nun auch in der Lage, meinen Partner im Leben zu ERKENNEN. Und ich meine das genauso, wie ich es sage. Denn wenn man verblendet von starken, alten Konditionierungen, gesellschaftlichen Überzeugungen und mit sonstigem mental-emotionalem Müll beladen ist, dann kann man sich nicht die Menschen aussuchen, die wirklich für einen passen.
Stattdessen wählt etwas in einem immer nur das, was es kennt, und die Form von Liebe, zu der Schmerz gehören muss. Wo Drama eine wichtige Komponente ist…
Damals wusste ich das nicht, aber ich hatte eine Identitäts-Transformation durchlaufen.
Von einer Frau, die unbewusst und in emotionaler Abhängigkeit von anderen lebt, zu einer, die das Bewusstsein verkörpert, dass es nie die anderen sind, um die es geht, sondern in letzter Instanz immer nur um mich selbst.
Es liegt in meiner Verantwortung, mich glücklich zu machen. Andere Menschen sind zwar wichtig, aber in Wirklichkeit „nur“ Gefährten, Helfer, Wegweiser und auch Lehrer auf dieser Reise, die niemals wirklich endet…
… of being, and constantly BECOMING, the love of my life. <3
xx Kolinda
Der Prozess of "Becoming the love of my life" wurde zum Signature Weg meines Coachings. Um mehr darüber zu erfahren oder dir eine Session zu buchen, click the button (Plätze pro Monat begrenzt):







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